WZ-Nr. 209: Beinahe unwesentlich, aber doch nicht ganz von Andreas Schubiger, Schweiz

49. Jahrgang, Dezember 2023
Wassermannzeit-Verlag / «Billy» Eduard Albert Meier

Bei den Gedanken ist es dasselbe. Der Unterschied von einem gleichen Gedanken zu einem zweiten fast gleichen Gedanken mag zwar beinahe unwesentlich sein, aber er ist doch nicht derselbe. Genau dieser jotamässige Unterschied macht es aus, wie uns Billy immer wieder erklärt. Ein minimal anderer Aspekt vermag den Gedanken in ein anderes Bild zu rücken.
Auch ein Traum kriegt durch eine minimale Abwandlung eine andere Bedeutung. Diese Veränderungen im Kleinen bedeuten eigentlich nichts; sie sind zu klein, einmalig, fallen nicht ins Gewicht, möchte man meinen. Das ist aber ein oberflächlicher Trugschluss. Da wir unsere Gedanken nicht dauernd kontrollieren, und es uns nur ab und zu auffällt, dass ein Traum oder Gedanke zum angeblich zweiten Mal auftaucht, können wir nicht mit Bestimmtheit feststellen, ob es nicht doch schon zum dritten, vierten, fünften oder gar zum hundertsten oder tausendsten Mal geschehen ist, einfach ohne dass wir es bewusst bemerkt haben. Dass dabei die Zeit ebenfalls ein Faktor ist, der mitspielt, ist bisher gar nicht gross in Betracht gezogen worden. Das liegt eindeutig an unserer unvollständigen Wahrnehmung.