Aussagen des russischen Präsidenten zum IS-Terror

Hat sich der Westen den islamischen Terror selbst geholt?
18. Januar 2015, Roland Kreisel (NPN-Redaktion)

Momentan ist die westliche Welt entrüstet und schockiert über die Terroranschläge der letzten Zeit. Doch so schrecklich diese Ereignisse auch sind, der Westen trägt selbst einen sehr großen Anteil an dieser Entwicklung. Denn in vielerlei Hinsicht provoziert die westliche Welt selbst diese Konflikte. Eigentlich hätte man wissen müssen, dass wenn ‹Charlie Hebdo› oder andere Zeitungen neue Mohammed-Karikaturen veröffentlichen, dass man damit neue Proteste in der muslimischen Welt herauf­beschwört. Genau das ist jetzt auch geschehen. Aus einem ganz einfachen Grund: die Muslime fühlen sich dadurch in ihren religiösen Gefühlen angegriffen und verletzt.

Stefanie Werger, eine österreichische Musikerin, Autorin und Schauspielerin schrieb am 12. Januar auf ihrer Facebook-Seite in einem Beitrag: «Unsere Meinungsfreiheit ist eine hohe Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt. Dennoch wage ich als kultivierter Mensch zu behaupten, dass Kritiker und Karikaturisten zumindest dort ihre Grenzen erkennen sollten, wo es um Verhöhnung und Erniedrigung einer anderen Religion geht. Nichts – absolut nichts aber rechtfertigt ein derart grausames Massaker als Antwort.» Neben der bewussten Provokation unserer Medien, hat der Westen aber noch eine weit ältere Schuld an der ganzen Angelegenheit. Diese Schuld geht in die Zeit kurz vor der Gründung des Islamischen Staates (IS) zurück. Jürgen Todenhöfer, CDU-Bundestagsabgeordneter, sagte in einem Interview mit Euronews. «Und wenn man den Grund sucht, warum es diese schreckliche Organisation IS gibt, muss man seine Geschichte anschauen: IS ist wenige Wochen nach dem Einmarsch der Amerikaner in Bagdad gegründet worden. IS ist ein Baby von George W. Bush. Und die Gewalt, die uns jetzt entgegenschlägt, das ist der Boomerang unserer eigenen Kriege.» Die zahlreichen offenen Kriege, welche westliche Staaten in islamischen oder arabischen Ländern führen, stellen sicherlich auch eine weitere Provokation dar. Der Westen geht in diese Länder nur aus eigenen egoistischen und geopolitischen Beweggründen hinein. Meist wird es damit gerechtfertigt die dortige Bevölkerung zu schützen. Doch immer wieder sind die meisten Opfer unschuldige Zivilisten. Durch diese Kriege werden aber ganze Länder ins nachhaltige Chaos gestürzt. Todenhöfer weiter: «In den letzten 200 Jahren hat nie ein arabisches Land den Westen überfallen. Wir müssen erklären, warum wir Kriege führen in Afghanistan, in Irak und in Libyen.» Zudem gibt es auch unzählige verdeckte militärische Operationen, zum Beispiel Angriffe mit Drohnen. Diese werden vorwiegend aus Deutschland aus gesteuert. Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht: «Wenn eine vom Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische Familie auslöscht, ist das ein genauso verabscheuenswürdiges Verbrechen wie die Terroranschläge von Paris, und es sollte uns mit der gleichen ­Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen», sagte Wagenknecht. Man dürfe da nicht mit ­zweierlei Mass messen. «Der US-Drohnenkrieg etwa, der auch von Deutschland aus geführt wird, hat schon tausende Unschuldige ermordet und erzeugt in den betroffenen Ländern Gefühle von Ohnmacht, Wut und Hass. Damit bereitet man den Boden für den Terror, den man offiziell bekämpfen will», argumentierte ­Wagenknecht abschliessend. Ein sogenannter terroristischer Anschlag in einem westlichen Land, der einen islamistischen Hintergrund hat, ist nicht getrennt von den Kriegen, welche der Westen mit und in den islamischen Ländern führt, zu betrachten. Es ist derselbe Krieg, es sind einfach nur die Kriegsfronten erweitert worden. Der Krieg ist sozusagen vom Westen selbst indirekt importiert worden. Denn es war ein sehr grosser Irrtum, zu glauben, dass man den Krieg den man mit und in islamischen Ländern führt, regional begrenzen kann.

Quelle: http://pressejournalismus.com/2015/01/hat-sich-der-westen-den-islamische...