Moderne Piraterie

Letztendlich ist noch zu sagen, dass nicht nur das Seegebiet vor Somalia als durch Piraten sehr gefährdete Handelsstrasse gilt, und das auch im 21. Jahrhundert, denn Seeräuber bedrohen auch andere Meeresgebiete rund um die Welt, wo Tanker, Containerschiffe und Frachter sowie andere Schiffe überfallen und ausgeraubt und gar deren Besatzungen ermordet werden. Da ist auch die Meeresstrasse von Malakka in Südostasien, wie auch südamerikanische Häfen und die westafrikanische Küste auf der Höhe von Nigeria und Guinea, wo es praktisch regelmässig zu Attacken auf Handelsschiffe und Kreuzfahrtschiffe usw. kommt. Doch bleibt der Golf von Aden vor Somalia ein spezielles Hochrisikogebiet, obwohl die Zahl der erfolgreichen Überfälle dort drastisch gesunken ist. Und dass dort die Piratenüberfälle zurückgegangen sind, liegt vielfach daran, dass private Sicherheitsdienste den Schutz der Schiffe übernehmen. In der Regel werden kampferfahrene Söldner von internationalen Sicherheitsfirmen angeheuert, die in Irak und Afghanistan gekämpft haben. Dabei sind jedoch auch Berater und Ausbildungskräfte, die an Bord der Schiffe deren Kapitäne und Mannschaften in bezug auf das richtige Verhalten bei Überfällen unterrichten, wie sie die Seeleute auch auf eventuelle Geiselnahmen vorbereiten. Nichtsdestoweniger ist das Ganze der Schiffahrt im Zusammenhang mit der modernen Piraterie eine sehr gefährliche Angelegenheit, denn die Piraten greifen mit modernsten Waffen an, wie mit Panzerfäusten, Sturmgewehren, Maschinengewehren und Maschinenpistolen. Skrupel kennen sie keine, wie auch nicht Mitgefühl, weshalb sie auch das Töten in Kauf nehmen und auch vor Folter und Gefangennahme von Besatzungen und Passagieren nicht zurückschrecken. Grundsätzlich rauben sie auch ganze Schiffe aus und erpressen Lösegelder, wobei der Druck auf die Reedereien unerbittlich immer mehr erhöht wird. Im Internetz lässt sich in bezug auf die Piraterie unter anderem folgender Auszug finden: «Laut einer aktuellen Studie von Weltbank, Vereinten Nationen und Interpol verursacht die Piraterie weltweit einen jährlichen Schaden von rund 18 Milliarden Euro. Zwischen 2005 und 2012 seien bis zu 413 Millionen Dollar Lösegeld von Seeräubern kassiert worden, etwa 2,7 Millionen Dollar pro Überfall. Ihre Einnahmen nutzen die Seeräuberbanden auch um aufzurüsten; sie kaufen moderne Waffen, bessere Motoren und schnellere Boote. Damit machen sie nun gezielt Jagd auf Schiffe ohne bewaffneten Schutz. Zu ihren Opfern zählen deshalb vermehrt Schiffe und Boote aus Staaten, deren Reedereien sich keine Wachleute leisten können. Momentan sollen etwa vor Somalia noch rund 50 Seeleute als Geiseln festgehalten werden. Sie kommen überwiegend aus Asien. Einige warten seit mehr als drei Jahren auf ihre Freilassung. Wachleute an Bord sollen den Besatzungen deutscher Schiffe ein solches Schicksal ersparen.»

SSSC, 14. November 2014, 18.22 h