Leserfrage zu Religionen, Sekten und Philosophien

Antwort
Dass Sie mich so spät anrufen, das bedarf keiner Entschuldigung, denn ich arbeite ja bis in die frühen Morgenstunden hinein, wobei dazu auch Telephonanrufe gehören, die ich natürlich in die Arbeit miteinbeziehe. Und was Ihren Anruf in bezug auf Ihr Anliegen betrifft, so habe ich alles, was Sie gesagt haben, so gut wie möglich mitgeschrieben, folglich ich hier alles ziemlich genau wiedergeben kann, wie Sie aus dem Vorgenannten ersehen, und zu dem ich folgendes sagen und erklären will:

Bezüglich Ihrer Fragen will ich sagen, dass bereits anderweitig Fragen ergangen sind, die sich mit dem Koran und dem Islam befassen und die zu beantworten eine gewisse Umfänglichkeit verlangen. Folgedem will ich nicht zu Beginn auf Ihre Fragen eingehen, sondern sie allgemein nach den nächsten Fragen und dem anhängenden Artikel beantworten. Vornweg will ich allerdings dazu Stellung nehmen, warum die Islamgläubigen resp. die Muslime und Muslima in bezug auf ‹Jesus Christus› nicht gleichermassen handeln wie die Christen das mit dem Propheten Mohammed tun. Der Grund dafür liegt darin, dass ‹Jesus Christus› (der nie so, sondern Jmmanuel geheissen hat) im Koran als Mohammed vorausgehender wirklicher Prophet genannt wird, folglich er nicht verunglimpft werden darf und das von den Muslimen beiderlei Geschlechts auch nicht getan wird. Dies gegenteilig zu gewissen verantwortungslosen Christen – oder auch anderen –, die den Propheten Mohammed in schändlicher Weise verunglimpfen.

Im Koran wird ‹Jesus› in vierzehn Suren (Abschnitte/Kapitel) erwähnt, wobei jedoch gravierende Unterschiede zum wirren biblischen Jesusverständnis gegeben sind. Dazu ist aber zu sagen, dass der Koran nicht eigenhändig von Mohammed verfasst wurde, sondern er entspricht einem Werk, das über Jahrzehnte und Jahrhunderte entstanden ist, wobei darin auch ‹Jesus› und die jüdische Chronik (später auch die christliche Bibel) einen schriftlichen Niederschlag fanden. Allerdings wird da ‹Jesus› nur als Mensch und Prophet genannt, wenn auch als einer der wichtigsten Propheten der Geschichte. Im Koran wird zwar mit Hochachtung von ihm gesprochen, doch wird er weder als Erlöser noch Erretter der Welt beschrieben. Vielmehr wird von ihm gesagt, dass er das Kommen Muhammads angekündigt habe, was wahrheitlich ja auch den Tatsachen entspricht (siehe ‹Talmud Jmmanuel›, 3. Kapitel, Sätze 12, 19, 20, 24, 37 und 60). Die verfälschten Darstellungen tendieren jedoch daraufhin, dass Muhammad grösser als ‹Jesus› sei.