Nichts ist so bösartig und nachhaltig wie Folter

Eine weitere Form ist auch die, dass sich Gefolterte nicht niederdrücken lassen und weder der Apathie noch Depressionen verfallen, sondern dazu übergehen, ihre Situation gründlich und analytisch zu überdenken, um sich nicht zum Opfer machen zu lassen, sondern in jeder Beziehung unbrechbar immer sich selbst zu bleiben. In dieser Weise wird die gesamte Situation konstruktiv verändert und es entsteht weder ein psychischer noch ein bewusstseinsmässiger Schaden.

Werden die Folteropfer analysiert, dann wird die erstaunliche Feststellung gemacht, dass am ehesten jene Gefolterten am wenigsten Hass, Rachegefühle und Vergeltungsgedanken aufbringen, die am meisten extremster Demütigungen resp. Erniedrigungen ausgesetzt sind. Diese Tatsache ist damit zu erklären, dass die unmenschlich Gefolterten alle Foltersituationen genau analysieren, gründlich darüber nachdenken und erkennen, was Hass, Rache, Vergeltung sowie Folter jeder Art im Menschen zu bewirken vermögen und ausartende Wirkungen hervorrufen. Durch solche grauenvolle Erfahrungen am eigenen Leib erleben sie die Wirklichkeit der Brutalität, der Ausartung und den Sadismus, das sie alles weit von sich weisen und nicht auch anderen Menschen antun wollen. Ihre Erkenntnis in bezug der Grausamkeit der Folter bringt sie dazu, dass sie nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Durch ihre grauenvollen Erfahrungen und Erlebnisse als Folteropfer werden sie mehr zu wahren Menschen, denn grosses Leiden bewirkt im vernünftig denkenden Menschen auch eine grosse Reifung der Persönlichkeit und des Charakters, während kleine oder keine Leiden Illusionen fördern, die in Hass, Rache und Vergeltung fundieren.

Im Gegensatz zu schwer Gefolterten, die oft kompromissbereit sind, stehen Menschen, die nur wenig Folter erleiden mussten oder glücklicherweise überhaupt nie in die Lage kamen, in irgendeiner Weise gefoltert zu werden, denn unter diesen finden sich viele, die voller Hass, Rachegedanken und Vergeltungssucht leiden. So sind es viele unter diesen Menschen, die Selbstmordattentate verüben, selbst andere Menschen foltern und morden, um ihr eigenes Mütchen in der Regel an Unschuldigen zu kühlen, während sie zu feige sind, sich an die Verantwortlichen und Schuldigen heranzumachen. Nicht selten sind es junge, unerfahrene und unreife Menschen, die durch Hasspropaganda aufgewiegelt und in den Tod sowie zur Folter an Unbeteiligten getrieben werden.