Mordanschlag Nr. 19 auf Billy - Zeugenbericht v. S. Lehmann

«Ja, beim Russenwohnwagen!» Daraufhin holte ich in meinem Zimmer meine Artillerie und schaute draussen nach, während auch Billy in der Zwischenzeit seine Waffe holte und nun ebenfalls bewaffnet nach draussen kam. Eine Minute später durchsuchten wir gründlich das Center-Areal nach dem feigen Attentäter, bewaffnet mit Lampe, Pistole und Gewehr. Nach einer halben Stunde erfolgloser Suche brachen wir die Aktion ab und zogen uns ins Haus zurück, wo Patric und Madeleine an der Hausecke standen und nach uns Ausschau hielten, weil sie den Schuss ja auch gehört hatten.
Billy erzählte uns, dass er im Schein der Hühnerhoflampe vor dem ‹Russenwohnwagen› einen Schatten wahrgenommen und sogleich einen Satz zur Seite gemacht und im gleichen Augenblick eine Feuerlanze aus einer Waffe gesehen und gleichzeitig den Knall eines Schusses wahrgenommen habe. Seiner schnellen Reaktion verdankt er wohl sein Leben.
Später gesellte sich noch Freddy zu uns, und gemeinsam suchten wir draussen nach ballistischen Spuren, wie eben eine Geschoss-Hülse, ein Einschuss-Loch in der Hauswand oder so, und ein eventuelles Geschoss. Die Einschuss-Stelle fanden wir dann auch, jedoch nicht in der Hauswand, sondern in der Kunststoff-Scheibe des Käsehäuschens, vor dem Billy in etwa sechs Meter Abstand bei der Hoflampe gestanden hatte. Später fanden Freddy und ich tatsächlich auch das deformierte Projektil, bei dem es sich klar um ein Kleinkaliber-Geschoss handelte. Dies war nun schon der 19. erfolglose Mordanschlag auf Billy, wovon ich selbst deren sechs direkt miterlebte. Mit Galgenhumor sagte Billy, dass sein einstmaliger Gönner, König Husain von Jordanien, ihm immer noch um eine ganze Anzahl Mordanschläge auf dessen Leben voraus gewesen sei, ehe er an Krebs starb, denn auf ihn seien 32 Attentate verübt worden. Bleibt nur zu hoffen, dass für die nächste Zeit wieder Ruhe einkehrt.