Neue astronomische Meldungen

Ab 1991 zeigte der zweite UARS-Sensor ein Absinken von einem höheren Pegel. Willsons Auswertung ergibt insgesamt, dass die Sonnenhelligkeit von 1986 bis 1996 um 0,036 Prozent anstieg. Wird das nun auf hundert Jahre hochgerechnet, dann lässt sich ein mittlerer Oberflächentemperatur-Anstieg der Erde um 0,4 Grad Celsius ermitteln. Im Vergleich mit den zwei Grad, die für die gleiche Zeit vom sich fortsetzenden Treibhauseffekt erwartet werden, ist das scheinbar wenig.

Willsons Auswertungen sollen eine Schwäche aufweisen, meinen einige seiner Kollegen, und zwar darum, weil die Messungen durch zwei gleichartige Instrumente und ein drittes ähnliches Instrument erfolgten. Die beiden ersten, so wird gesagt, sind nicht miteinander abgeglichen, und es ist nicht bekannt, wie ihre Messunsicherheiten sich über den Messbereich verteilen. Erst recht gilt das für das dritte Instrument. Gemäss den Regeln der Wissenschaft genügt Willsons Auswertung somit nicht für einen einwandfreien Nachweis. Er würde auch voraussetzen, dass die Beobachtungen sich über einen sinnvollen Zeitraum erstrecken. Die knapp zehn Jahre, so wird gesagt, die vom ersten UARS-Instrument bestritten wurden, machen für sich noch nicht einmal einen ganzen Sonnenzyklus aus.

Sei es nun wie es sei, die Zukunft wird zeigen, ob Richard Willson recht hat und ob er tatsächlich der erste Mensch auf der Erde ist, der feststellte, dass sich unser Zentralgestirn verändert, und zwar in der Form, dass es sich dabei um den Beginn des Sonnesterbens handelt, wie die Prophetien resp. Voraussagen seit alters her besagen, wobei das eigentliche Vergehen des Gestirns jedoch noch seine Zeit dauert.