Menschenunwürdigkeit und Hass ...

Es geht aber keineswegs darum, bedürftigen Menschen einfach die Hilfe zu verweigern, sondern darum, sich zu fragen, was wirkliche Hilfe ist, und zwar nicht nur gerade jetzt für die Gegenwart, sondern vor allem für die Zukunft. Schliesslich soll doch eine Änderung zum Besseren erfolgen, die allen Menschen ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht, und dieses Ziel kann sowieso nicht in der Gegenwart erreicht werden, sondern erst in der Zukunft, und zwar aus dem Grund, weil in der Gegenwart erst etwas dafür getan werden muss. Also ist es wichtig, jetzt das Richtige zu tun, und dies geschieht nur dann, wenn die Menschen sich wirklich Gedanken über ihre Situation machen und sich dafür einsetzen, Missstände und Ungerechtigkeiten zu beheben. Dies zu bewerkstelligen bringt viel Leid mit sich und die Menschen kommen nicht umhin, über kürzere oder längere Zeit Einschränkungen und Verluste hinzunehmen, auf vieles zu verzichten und physische wie psychische Not zu leiden. Dadurch wird ersichtlich, dass der Weg des geringsten Widerstandes sich niemals eignet, weil dadurch jeglicher Konfrontation aus dem Weg gegangen wird. Es wendet sich alles nur zum Schlimmeren, wenn die einen weglaufen, um sich dort festzusetzen, wo es besser ist, während die anderen die Grenzen weit öffnen, den gesunden Menschenverstand beiseite legen und sich früher oder später ihren eigenen Untergang bescheren, um ja nicht als Rassisten angeprangert zu werden. Das hilft weder den einen, noch den anderen.

Leider ist der heutige Mensch im kleinen wie im grossen noch nicht fähig, weiter als über sich selbst hinauszudenken. Er ist zu sehr damit beschäftigt, sich um sein momentanes eigenes Wohl zu sorgen, sei das nun in körperlicher Form oder sei das sein schlechtes Gewissen, das er zu beruhigen versucht. Jedenfalls ist er oft, auch ohne es zu merken, allzuschnell bereit, andern zu schaden, um selbst das zu erreichen, was er anstrebt. Er lässt sich sehr ungern auf Ungereimtheiten in seinem Leben aufmerksam machen, da er aus lauter Selbstüberschätzung das Gefühl hat, dass er bestens Bescheid wisse und sich von niemandem etwas sagen lassen müsse. So geht es den Rassisten wie den Antirassisten, und je mehr die einen positiv ausarten, desto mehr arten die andern negativ aus. Ausartung aber bleibt Ausartung, und wenn in Zukunft immer mehr Menschen die Erde bevölkern und Platz, Nahrung und Wasser immer knapper werden, dann werden sich alle gegen alle erheben und es spielt keine Rolle, welcher Rasse der eine oder der andere angehört, sondern es wird schon genügen, dass er überhaupt Mensch ist, um dem Hass freien Lauf zu lassen.