Menschenrechte sind Menschenpflichten

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, sein Leben in der Form zu gestalten, wie es seinem innersten Wesen entspricht. Er soll frei sein, um seinen Ideen und Gedanken Gestalt zu verleihen. Dies ist sein Recht als Mensch. Da aber alles von zwei Seiten zu betrachten ist, hört die innere und äussere Freiheit dort auf, wo andere Lebewesen in ihrer Freiheit beschnitten oder ihrer beraubt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Fauna und Flora oder um Menschen handelt. Die Pflicht verlangt von jedem Menschen zu prüfen, ob er mit seinem angestrebten Ziel z.B. andere in ihrer Freiheit beschränkt oder beeinträchtigt. Sollte dies der Fall sein, dann sind Verstand und Vernunft gefragt, mit deren Hilfe der Mensch nach anderen Wegen sucht, um sein Ziel zu verwirklichen. Hat er jedoch bezüglich seiner gefundenen Wege keine Erfahrung, dann unterlaufen ihm zwangsläufig Fehler, gefolgt von einem entsprechenden Schaden. Weiteres Nachdenken wird ihm aber das Fehlhafte seiner Gedanken aufzeigen, wodurch er den Schaden beheben kann.

Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen; er obliegt aber auch der Pflicht, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um zu lernen und daraus einen Nutzen zu ziehen. Dadurch wachsen Verstand und Vernunft; der Mensch wird wissender und weiser.

Ebenso ist es Menschenpflicht, jedem einzelnen gegenüber eine neutral-positive Haltung einzunehmen, um ihn in seiner Art und in seinem Wesen kennenzulernen. Das bedeutet aber noch lange nicht, alles gutzuheissen, was durch einen Menschen zum Ausdruck kommt. Z.B. müssen Ausartungen jeder Form an den Pranger gestellt und den fehlbaren Menschen bewusst gemacht werden, damit sie nach entsprechender Erkenntnis ihr verwerfliches Denken und Tun ändern können.

Menschenpflicht beinhaltet auch, dass der Mensch nicht einfach in den Tag hineinlebt, sondern dass er von sich selbst Rechenschaft fordert. Will er nämlich seine Freiheit geniessen und keine schlaflosen Nächte verbringen, dann muss er sich gut prüfen, worauf er sich einlässt und womit er sich beschäftigt.

Es gibt aber auch Situationen im Leben, wo man einen andern Menschen in seiner Freiheit beschneiden muss. Das Leben steht nicht still an einem Ort, sondern es unterliegt einem ständigen Werden und Vergehen. Ein unaufhaltsamer Kreislauf, in dem sich alles bewegt und entwickelt, wenn auch nur in winzigen Schritten, die auf Anhieb meist nicht erkannt werden. Einen Menschen oder eine Pflanze z.B. wird man dann in ihrer freien Entfaltung beschneiden, wenn sie auszuufern drohen. Bei einer Pflanze ist dies vollkommen verständlich, nur der Mensch lässt sich nicht so gern in seiner Freiheit beschneiden. Vor allem missbraucht er seine Freiheit, um Machtgelüste, Gier, Sucht, Laster und sonstige Ausartungen zu befriedigen, die in der Regel immer auf Kosten der Freiheit anderer gehen.