Geschwätzigkeit und Missionieren

Lieber Mitmensch

Zu deinem eigenen Schutz, zum Schutze der Wahrheit, und um zu verhüten, dass Missbrauch mit dem Inhalt unserer Schriften betrieben wird, sei dir folgendes geraten und erklärt:

Benütze das dir von der FIGU anvertraute Lehrmaterial sowie auch alle anderen Schriften in erster Linie, um selbst zu lernen. Lasse dich niemals dazu verleiten, sei dies aus lauter Begeisterung und Enthusiasmus für die Wahrheit oder aber aus Geltungsdrang usw., Propaganda für die Lehre zu betreiben oder zu missionieren, um andere Menschen dafür zu gewinnen oder davon überzeugen zu wollen. Damit kannst du dir selbst sowie anderen grossen Schaden zufügen.

Das Studium geistiger Belange ist immer mit einem bewusstseinsmässigen Prozess verbunden. Jeder Mensch muss in sich bereit sein, sich mit der Wahrheit auseinanderzusetzen, und er sollte auch die Chance bekommen, sich diese Bereitschaft selbst zu erarbeiten. Wann, wie und in welchem Tempo dies getan wird, liegt stets im eigenen Ermessen. Niemand kann irgendwelchen Druck oder Zwang auf das Denken, das Gefühl und die Freiheit der Mitmenschen ausüben, die selbstbestimmend ihren Weg zu gehen haben, ohne dass diese verletzt werden – ganz egal, ob es sich dabei nun um Fremde, Bekannte, Freunde, Verwandte, die Ehepartnerin, den Ehepartner oder um das eigene Kind handelt. Das ehrfürchtige Achten allen Lebens ist ein Grundsatz, der durch die Geisteslehre vermittelt wird; denn nur eine ehrfürchtige Lebenshaltung birgt in sich den Schlüssel zu Wissen und Wahrheit und zu aller Erkenntnis. Also soll der Nächste geachtet und nicht mit Wissen oder eigenen Erkenntnissen überhäuft und beharkt werden, die er vielleicht noch nicht zu verstehen vermag oder dazu noch nicht gewillt ist. All dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Geheimnis aus dem GL-Studium gemacht und den Mitmenschen das Gefühl vermittelt werden soll, dass er eben noch nicht soweit sei, dies oder jenes zu begreifen; ein solches Verhalten entspräche nicht nur einer ungerechtfertigten Selbsterhöhung der eigenen Person, sondern auch einer Ehrfurchts- und Achtungslosigkeit dem Nächsten gegenüber. Ebenfalls sollte man sich selbst immer vor Augen führen, dass man auch nicht allwissend ist und auch das eigene Verstehen der Geisteslehre immer mehr oder weniger begrenzt ist. Also stehe sich jeder Mensch selbst stets kritisch gegenüber und schwatze nicht unnötig über jene Dinge der Lehre, welche im Grunde genommen noch nicht richtig verstanden werden. Jeder Mensch bedenke auch, dass man sich selbst und die Nächsten mit Halb- und Unwahrheiten in die Irre führt und dadurch der Weg der Wahrheitsfindung erschwert wird.