Nachruf - Christina Gasser

Christina GasserChristina GasserHeute müssen wir schweren Herzens Abschied nehmen von Christina. Am 15. September 2011 ist sie ihrem schweren Krebsleiden erlegen. Wir können es uns noch gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, ohne sie zu sein, obschon wir ein Vorgefühl davon bekommen haben während ihrer letzten Krankheitsphase, da sie nicht mehr die Kraft fand, ins Center zu kommen und ihr auch die Kraft fehlte, für alle anderen ausserhäuslichen Aktivitäten. Wir wussten jedoch immer, sie ist noch da, in Turbenthal, in ihrer Wohnung … Jetzt ist das anders. Die stille, zurückhaltende und doch immer sehr präsente und wehrhafte Christina hat unseren Kreis verlassen.

Christina war all die 25 Jahre ihrer FIGU-Mitgliedschaft von herausragendem Engagement für die Mission beseelt. Wir erinnern uns noch gut an die Zeit – es waren über 20 Jahre –, während der sie jeden 3. Samstag des Monats in der Küche stand und uns mit ihren Kochkünsten verwöhnte; daneben war sie auch in der Bücher- und Schriftenherstellung emsig, präzis und unermüdlich, ganz abgesehen von ihrem beispiellosen Pflichtbewusstsein und Ernst, mit dem sie jede ihrer Aufgaben anging und erfüllte.

Einige Wochen vor ihrem Tod sprach sie einmal darüber, wie es sie schmerze, nichts von Wert hinterlassen zu haben. Es sei ihr nicht möglich gewesen, z.B. ein eigenes Buch zu schreiben, war sie doch pausenlos damit beschäftigt, für andere im Dienste der Mission tätig zu sein. Sie kämpfte gegen den Gedanken, einer grossen Ungerechtigkeit erlegen zu sein. Im gemeinsamen Gespräch gelang es uns, diesen Eindruck ins rechte und der Wahrheit nähere Licht zu rücken. Zwar hinterlässt Christina uns kein eigenes Buch, doch ihre Freundschaft, ihre Loyalität, ihre Treue und ihr aufrichtiges Streben nach Wahrheit sind unschätzbare Werte, die in denen, die ihr verbunden sind, weiterleben werden.

Es erfüllt uns mit Hochachtung und Respekt, wie kreativ, treffsicher und mutig Christina ihre Sicht der Dinge mitteilte und ihre hohen Anforderungen an sich selbst erfüllte, besonders wenn wir an ihre unvergleichlichen Multimedia-Präsentationen über Texte der ‹Genesis› denken und den tiefen und bleibenden Eindruck, den ihre ganze Art in uns hinterlassen wird, die wir ihr nahe waren und sie gern hatten, die wir mit ihr leben und sie kennen durften.

Sie erzählte mir auch, dass ihr Vater in grosser Verbitterung gestorben sei und dass sie sich immer vorgenommen habe, es bei sich selbst nie so weit kommen zu lassen und doch spüre sie nun, dass sie nicht mehr weit davon entfernt sei, sich schon fast vergessen, allein und unverstanden zu fühlen. Doch wie immer bot Christina auch dieser Herausforderung die Stirn und so konnte sie zum Glück diesen Eindruck und diese Gedanken überwinden und spätestens bei ihrem Fest, dem keltischen, das man sinngemäss mit den Worten deuten kann: «Mögen wir die kommende Erntezeit mit Liebe in unseren Herzen begrüssen», konnte sie ihre dunklen Gedanken erfolgreich in helle und erfreuende wandeln. Alle ihre Freunde und Mitstreiter der FIGU, ihre Angehörigen, ihre Geschwister, die ihr sehr nahe standen, aber auch Aussenstehende kamen mit vollen Händen und folgten der spontanen Einladung mit grosser Freude. Sie hat so viel Zuneigung, Liebe und Dankbarkeit erfahren, dass sie sich reich beschenkt und glücklich fühlte und damit ihrem inneren Frieden einen grossen Schritt näher kam. Uns allen hat sie damit viel gegeben. Wir durften sie noch einmal in ihrer Liebe und Natürlichkeit, ihrer Wahrhaftigkeit und Menschennähe erleben und kostbare Stunden mit ihr zusammen sein.