Holger Strohm:"Der Euro ist eine Missgeburt."

Gegen Milliarden wurden Reformen versprochen und nicht umgesetzt. Nachdem Hunderte Milliarden Euro nach Griechenland flossen, ist die Staatsverschuldung, trotz Schuldenschnitt viel höher als zuvor. Nun verweigert sich das griechische Volk, in einem Anflug von Stolz und Nationalismus, irgendwelche Reformen zu erfüllen und verlangt gleichzeitig Geld von Deutschland – viel Geld.

Was halten Sie von Tsipras?
Er ist, seitdem er im Amt ist, dem EU-Apparat auf der Nase herumgetanzt und hat Medienstatus erlangt, während das verstaubte Brüssel alt aussah. Tsipras pokert bis zum Schluss. Obama sei gnädig, zahlen die ­Deutschen so oder so, das weiss er natürlich und so versucht er, den Preis möglichst hochzutreiben. Auf der ­anderen Seite wird nur geredet, aber nichts getan, um die Missstände zu beseitigen. Die EU-Granden drohten ständig mit Ultimaten, drohten den Griechen bei einem ‹Nein› sei endgültig Schluss usw. und krochen dann wieder zu neuen Verhandlungen, auf denen man sich festlegen wollte und täglich grüsst das Murmeltier. Aber da letztlich Obama entscheidet, sind die Griechen guter Dinge.

Aber das kann ja auch in die Hose gehen.
Ja, und dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen will man den linken politischen Gegner nicht noch ­populärer machen. Zum Zweiten führt ein Nachgeben dazu, dass dann Italien, Spanien, Portugal und letztendlich auch Frankreich die gleichen Privilegien verlangen, der Reformkurs erlahmt und Deutschland bis zum ­Zusammenbruch zahlt. Als dritter Faktor kommt hinzu, dass viele Länder wie die Letten, Esten, Kroaten usw. harte Sanierungsmassnahmen über sich ergehen lassen mussten, und sie nicht einsehen, warum sie für Griechen zahlen müssen, die doppelt so viel verdienen wie sie. Und viertens bleibt Hoffnung, dass auch viele Bundestagsabgeordnete Merkel die Gefolgschaft verweigern. Denn langfristig werden sie mit dem sinkenden Schiff ­‹Merkeleuro› untergehen. Doch bisher haben alle deutschen Politiker stets die Vorgaben aus den USA umgesetzt und ihrem eigenen Volk geschadet.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass Griechenland ausser Kontrolle gerät. Sie können eine saubere Pleite hinlegen und sagen, «dann drucken wir Hunderte Milliarden Euro selbst», so Rachel Makri von Syrzia. Dann winken Hunderte Milliarden Verluste für den deutschen Steuerzahler. Deshalb stimmen die deutschen Medien den ­Bürger schon einmal auf ‹Solidarität› ein. Auf jeden Fall bringt die Euro-Idiotie uns dem Ziel der Neo-Liberalen näher: Der Zerschlagung des Sozialstaates.

 

«Das europäische Sozialmodell ist bereits Vergangenheit.»           Mario Draghi (EZB-Präsident)

Wie will die EU-Kommission denn das Euro-Problem lösen?
Alle Beteiligten sehen trotz grosser Meinungsunterschiede die Lösung in immer mehr Geld. Mehr Geld für ­Bankenrettungen, Schuldendienst, zur Konjunkturbelebung, für neue Infrastrukturen – ganz gleich ob sie was bewirken oder nicht. Denn durch sie werden einige einflussreiche Personen extrem reich. Auf der anderen Seite weiss jeder, wo letztlich ein unbegrenztes Wachstum endet – in der Vernichtung von Natur und Mensch.

«Man kann die Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen.»
Jens Weidmann (Bundesbank-Präsident)

Zum anderen gibt es Menschen, die uns Deutsche bewusst mit dieser Politik schaden wollen. Das können sich viele gar nicht vorstellen. Denken wir nur einmal an Herrn Schäuble, Gabriel und über Hundert Bundestagsabgeordnete, die ganz klar sagten, Griechenland kann die Schulden nie zurückzahlen, sie versprechen und ­unterschreiben alles und halten nichts. Weiteres in Griechenland investiertes Geld ist für den deutschen Steuer­zahler verlorenes Geld. Da machen wir nicht mit. Und kaum kamen die Order von Obama sind sie sofort umgefallen. Da fragt man sich, wofür brauchen wir eigentlich diesen extrem teuren Verwaltungs- und Regierungsapparat, wenn er sowieso nichts zu sagen hat?

Nennen Sie doch mal weitere Beispiele, wie man versucht Deutschland zu schaden.
Insbesondere die Grünen und Linke, die mit der Antifa paktieren sind oft Deutschenhasser, die das Land zerstören wollen. Hierzu gibt es eine Fülle verschiedener Zitate, von denen ich hier einige nennen möchte: «Das Beste wäre für Europa, wenn Frankreich bis an die Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.» Sieglinde Fries, Bundestagsabgeordnete der Grünen vor dem Bundestag. Oder von Joschka Fischer: «Deutschland muss von aussen eingehegt und von Innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.» Und «Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleissiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas sind. Das wird immer wieder zu Ungleichgewichten führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal ­verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.» Dies sind nur wenige Zitate einer grossen Vielfalt. Wenn man die deutschen Medien und Politiker betrachtet, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass deutschenfeindliche Bemerkungen an der Tagesordnung sind. Natürlich kann ich auch nicht sagen, ob Merkel die Meinung Fischers teilt. Aber eines wäre sicher, wenn sie dem amerikanischen Volk so gewaltige Verluste zufügen würde, müsste sie mit Todesstrafe wegen Hochverrats rechnen.