Kinder zu haben oder nicht, ist die entscheidende Frage

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‹TERRAECO› ist eine französische Zeitschrift, die sich Monatsschrift für dauerhafte Entwicklung nennt. Infolge der Aufmerksamkeit eines Passivmitglieds landete eine Ausgabe davon bei der FIGU – und weil ich die Französischkorrespondenz führe, unweigerlich auch bei mir. In der Oktober-Ausgabe 2009 war ein interessanter Artikel zum Thema Überbevölkerung publiziert mit dem provokativen Titel: «Soll man aufhören, Kinder zu machen?» – (Faut-il arrêter de faire des enfants? – www.terraeco.net)

In einem Interview-Streitgespräch werden darin die Meinungen eines Abgeordneten der Grünen, Yves Cochet, und eines Wissenschaftlers/Demographen, Henri Leridon, einander gegenübergestellt. Der Demograph rechnet mit acht bis neun Milliarden Erdbewohnern im Jahr 2050 und dass dann automatisch eine Stagnation der Anzahl Menschen oder sogar ein Rückgang einsetzen werde (die Plejaren erklären, dass gemäss ihren genauen Abklärungen bereits heute 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde leben). Der grüne Politiker widerspricht ihm, indem er erklärt, dass die endlichen Ressourcen und die Nahrungsknappheit zusammen mit der rasant ansteigenden Umweltverschmutzung es gar nicht zuliessen, dass sich die Bevölkerung weiterhin in dieser Geschwindigkeit vermehre. Er spricht vom ökologischen Fussabdruck, den die Menschen hinterlassen – der ja genau berechnet werden kann –, und dass diese Zusammenhänge eine derartige Bevölkerungszunahme drastisch einschränken würden. Zur Veranschaulichung unterteilt er die Erde in drei Wachstumszonen: in die im Bezug auf Landreserven relativ wenig besiedelten afrikanischen Länder, mit einem viel kleineren ökologischen Fussabdruck, weil die Bevölkerung sehr arm ist und viel weniger Abfall produziert; dann die mittleren Bevölkerungsdichten im weitaus grössten Gebiet des Planeten, das in seinen Zentren grausam überbevölkert ist und beängstigende Zahlen im Bereich des Wirtschaftswachstums aufweist; und als dritten Bereich die reichen Länder, deren relativ kleine Bevölkerungszahlen aber einen riesengrossen Druck auf die Umwelt produzieren, der auch mit rückläufigen Geburtenraten immer noch mehr ansteigt. Jedoch seien auch die westlichen Länder wegen der extrem hohen Bevölkerungsdichte auf kleinstem Raum überbevölkert. – Da frage ich mich, ob das rechnerische Spitzfindigkeiten sind, oder ob sich hier wenigstens jemand intensiv mit der Überbevölkerungsproblematik beschäftigt hat, der jedoch auch keine Lösungsvorschläge kennt?

Der Demograph seinerseits nennt Durchschnittszahlen von Nordamerika und Frankreich, wo die Geburtenrate bereits auf 1,3 resp. 1,4 Kinder pro Frau gesunken sei und man doch eine günstige Voraussetzung geschaffen habe, um nicht ständig grössere Belastungen für die Umwelt zu erzeugen. Viele Demographen dieser Länder seien durchaus zufrieden mit dieser Entwicklung. Verglichen mit den durchschnittlichen Berechnungen einer Organisation namens ‹Insee›, die 2007 z. B. pro Inderin 2,9 Kinder berechnet hat (oder pro Brasilianerin 2,3; pro Ägypterin 3,1; pro Angolanerin immerhin 6,8 Kinder, hingegen pro Kanadierin nur 1,5; pro Deutsche 1,3 oder pro Chinesin 1,6 Kinder) sind diese Angaben jedoch viel tiefer angesetzt, wobei in der 2009 publizierten Studie pro Französin zwei Kinder genannt werden und pro Nord-Amerikanerin 2,1.