Gleichheit für alle (deutsch)

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«Alle Menschen sind gleich erschaffen» ist ein Grundsatz, den wir Amerikaner immer wieder im Laufe unseres Lebens zu hören bekommen. Er erscheint in unserer Unabhängigkeitserklärung, die im Jahre 1776 von Thomas Jefferson verfasst wurde, und er gilt als Fundament der amerikanischen Demokratie. Dieses Prinzip sollte die grundlegenden Freiheiten und natürlichen Rechte aller Bürger der Vereinigten Staaten garantieren. Vielen Amerikanern jedoch - unter ihnen Frauen, ethnische Minderheiten und Menschen mit geringeren Fähigkeiten, geringerer Bildung und wenig oder keinem materiellen Eigentum - ist Gleichheit schon vom ersten Tage unserer nationalen Unabhängigkeit an verwehrt worden, denn der Vater unserer Verfassung, James Madison, hat sein Bestes getan, um dieses universale Prinzip der Gleichheit durch sein eigenes Prinzip der «ungleichen Fähigkeiten zum Erwerb von Eigentum» - begründet in ‹The Federalist› (Nr. 10) - auf weisse, männliche Eigentumsbesitzer zu beschränken. Diesem Prinzip zufolge sind Eigentumsbesitzer, die 1787 einzig und allein wohlhabende weisse Männer waren, mit ungleichen Fähigkeiten ausgestattet, aus denen sich ihre Rechte, Eigentum zu erwerben, ableiten. Weiterhin ist, laut Madison, die vornehmste Aufgabe der Regierung der Schutz dieser Fähigkeiten. Mit anderen Worten ist die Hauptaufgabe der Regierung, die privilegierten Eigentumsbesitzer vor der nicht privilegierten Volksmasse zu schützen (siehe dazu ‹All Men Are Created Equal?› von Steven Hill).

Hat sich seit 1776 in bezug auf Gleichheit in Amerika etwas verbessert? Heute beanspruchen die oberen 20 Prozent der amerikanischen Verdiener über die Hälfte des nationalen Einkommens, während die unteren 20 Prozent nur 3,4 Prozent davon abbekommen. Zudem gibt es in den USA 269 Milliardäre, die in unvorstellbarem Luxus leben, während 37 Millionen Amerikaner unter der Armutsgrenze leben, wobei viele von ihnen zwei oder drei Jobs ausüben (siehe ‹37 Million Poor Hidden In The Land Of Plenty› von Paul Harris). Global gesehen besitzen die 356 reichsten Familien der Welt 40 Prozent des Reichtums der ganzen Menschheit, während die verbleibenden 7 Milliarden Mitglieder unserer globalen Familie um ein Stück des Kuchenrestes mehr oder weniger kämpfen müssen. Fast die Hälfte der Menschheit ist Verlierer in diesem Kampf und lebt in Armut. Ungleichheit ist die Grundursache aller Diskriminierung, Intoleranz, Missachtung, Erniedrigung, Unterdrückung, Ausbeutung, Misswirtschaft und Sklaverei. Zusammen mit einer schnell wachsenden Bevölkerung führt dies zwangsläufig zu Massenarbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch traditioneller sozialer Leistungen wie Kranken- und Altersfürsorge sowie zu Nahrungs-, Wasser-, Wohnungs- und Energieknappheit und schliesslich zu Armut, Hunger und Krankheit. Von diesen Folgen sind bereits viele der hart arbeitenden Amerikaner der Unter- und Mittelschicht betroffen, wohingegen die Oberklasse weiterhin im Luxus schwimmt, wegen der ungleichen Rechte vermögender Bürger, noch mehr Vermögen, Reichtum und Eigentum als der Rest der Menschheit zu erwerben, aufgrund deren ungleichen Fähigkeiten.