Missachtete Gleichwertigkeit der Frauen...

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...und originäre Ansichten

oder
legaler Ehrenmord und unterdrückte Frauen als Besitztum ihrer fanatischen Männe
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In Frankreich ist der islamische Imam Abdelkader Bouziane wegen frauenfeindlicher Predigten und Aufforderung zur Gewalt gegen Frauen des Landes verwiesen worden (Tages-Anzeiger 22.04.2004). Er hatte sich öffentlich dafür ausgesprochen, dass islamische Männer über das Recht verfügen, ihre Frauen zu schlagen, sofern sie die Schläge gegen den Bauch oder die Arme der Frauen richten. In seinem Denken gelten die Frauen als Besitz des Mannes, haben weder eigene Gefühle und Bedürfnisse noch das Recht auf eine eigene Meinung.

Anderntags war in der Presse folgende Meldung zu finden:

Lyon. DPA/BaZ. Ein vor zwei Tagen wegen frauenfeindlicher Äusserungen nach Algerien abgeschobener Imam kann nach Frankreich zurückkehren. Das Verwaltungsgericht von Lyon setzte am Freitag die Abschiebungsverfügung gegen den Prediger Abdelkader Bouziane, der 16 Kinder mit französischer Staatsangehörigkeit hat, ausser Kraft. Mit seiner Entscheidung ermöglicht es dem Imam, gegen die Abschiebung inhaltlich juristisch vorzugehen. Innenminister Dominique de Villepin hatte den Algerier im Schnellverfahren abschieben lassen, ohne dessen Anwalt die Chance zum Einspruch zu geben.

Im Grunde genommen ist es jedoch vollkommen gleichgültig, welche Kult-Religion, Organisation, Vereinigung oder welcher ideologische Zirkel menschen- und frauenverachtende Misshandlungen akzeptiert oder predigt. Es ist eine Tragödie, dass eine Missachtung der Gleichwertigkeit von Mann und Frau überhaupt existiert.

Bei einer Gewaltanwendung ohne Notwehr gegen einen ehrwürdigen Menschen handelt es sich in jedem Fall um einen nicht tolerierbaren Gewaltakt. Im erwähnten Beispiel also körperliche und psychische Folter und Grausamkeiten sowie die Missachtung der Gleichwertigkeit und persönlichen Rechte, Freiheiten und Meinungsäusserung der Frauen.

Es ist jedoch nicht damit getan, eine frauenfeindliche Haltung nur bei der Islam-Religion alleine zu suchen, denn selbst im Islam haben sich gemässigte und vernünftige Kreise und Minderheiten gebildet, die eine Missachtung und Misshandlung der Frauen durch Fanatiker und Fundamentalisten verurteilen.

In einem Zeitungsinterview vom 22. April 2004 (Tages-Anzeiger) wird von der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi die missachtete Gleichstellung der Frauen im islamischen Fundamentalismus stark kritisiert. Zu den Vizes des heutigen iranischen Staatspräsidenten gehört auch eine Frau, Massoumeh Ebtekar. Trotz ihres hohen Amtes geht es ihr jedoch wie allen Iranerinnen: Wenn sie ausser Landes reisen will, muss ihr Gatte die Ausstellung eines Passes bewilligen. Vor dem Gericht muss diese Frau mit einer zweiten Geschlechtsgenossin auftreten, um das Wort eines einzigen Mannes aufzuwiegen. Bei der Scheidung und der Zuteilung des Sorgerechtes für die Kinder ist die Frau stark benachteiligt. Die Kinder werden dem Mann und nicht der Mutter zugeschrieben.