Gewalt in der Partnerschaft und Gesellschaft

Um wirklich brauchbare Hilfe zu bekommen, braucht es nur einen vernünftigen Partnerteil, vernünftige Familienmitglieder oder neutrale und sachliche Aussenstehende, Freunde oder Bekannte, die bei diesem unmöglich erscheinenden Lernprozess dem Gewalttäter oder der Gewalttäterin mit gutem Rat und vernünftigen Erklärungen beiseite stehen, natürlich immer vorausgesetzt, dass der oder die Gewalttätige bereit ist, motiviert und willentlich den Ausartungszustand zum Besseren zu ändern. Die Motivation und der Wille dazu sind eine Grundvoraussetzung, ohne die eine Wandlung und Befreiung von der Gewalt nicht möglich ist. Weigert sich z.B. in einer vorehelichen oder ehelichen Beziehung die oder der Gewalttätige mit Ausflüchten, die Gewalttätigkeit zu bekämpfen und sich wirklich zum Besseren zu bemühen, dann ist ein unverzügliches Verlassen und eine Auflösung der Beziehung von Notwendigkeit. Scheinheiligen und unter Tränen gemachten nichtsbringenden Versprechungen ist kein Entgegenkommen und keine Geduld zu schenken, denn leere Versprechungen bleiben immer leer. Ist also keine Bereitschaft zur Wandlung gegeben, dann gilt es, wie gesagt, die Beziehung schnellstens abzubrechen, alles auf das eigene Leben neu auszurichten und dieses, wenn es durch die Gewalt des Partners oder der Partnerin bereits in Mitleidenschaft gezogen worden ist, wieder in den Griff zu bekommen. Auch wenn ein solches Handeln ein grosser, schwerer und mühevoller Schritt ist, gibt es aber keine andere Lösung, die wirklich das Problem lösen würde. Stets ist zu bedenken, dass gewalttätige Menschen in ihrem diesbezüglichen Wirken und Handeln sowie in ihren Gedanken und Gefühlen krank und ausgeartet sind und niemals mit schönen Worten oder angenehmen Momenten dazu gebracht werden können, über ihr von Gewalt geprägtes Leben und Handeln nachzudenken, geschweige denn, dass solche Menschen bewusst etwas daran ändern wollen, wenn sie nicht selbst die entsprechende Motivation und den notwendigen Willen dazu in sich erschaffen. Von aussen, von der gesamten Umwelt, kann nichts dazu getan werden, denn jeder Mensch muss mit sich selbst zu Rate gehen und sich bewusst wandeln, und dazu kann kein Mensch von aussen darauf Einfluss nehmen, wenn einmal von guten Ratgebungen und Erklärungen abgesehen wird, bei denen es jedoch in der Regel äusserst fraglich ist, ob diese von den einzelnen Gewalttätigen angenommen und überdacht werden.

Es heisst, dass in verschiedenen Ländern Europas in bezug ehelicher Gewalttätigkeiten neutrale Institutionen, die sich nicht religiös oder staatlich organisiert geben, sogenannte Frauenhäuser und Männerhäuser sind, die sich vor allem aus Spenden und durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Leben erhalten. Manche erhalten staatliche Gelder, doch in unverantwortlicher, ja man muss schon sagen krimineller und rücksichtsloser Art und Weise, werden solchen Institutionen nicht selten die Gelder von seiten des Staates gekürzt.

In der Regel bilden die Unvoreingenommenheit und das persönliche soziale Engagement auf privater Basis die Grundlage für eine solche neutrale Anlauf- und Auffangstation für Frauen mit ihren Kindern sowie auch für Männer, die der Hilfe bedürfen. Nicht sind es nämlich nur Frauen, die von gewalttätigen Ehemännern geschlagen, geschunden und malträtiert werden, sondern tatsächlich sind es auch zahlreiche Männer, denen eine Furie als Ehefrau das Leben zur Hölle macht.