Kampf gegen Kindesmisshandlung

Die familiäre Betreuung ist ganz besonders beim Spielkind unersetzbar, insbesondere aber beim Säugling. Entstehen in diesem Alter beim Kind Pflegeschäden in psychischer Form, dann sind diese im späteren Leben kaum mehr gutzumachen. Sehr oft scheitern alle Versuche der Wiedergutmachung sowohl durch die Geschädigten selbst als auch durch Ausseneinflüsse. Spielkinder, insbesondere Säuglinge, bedürfen schon nach der Geburt der vollsten Aufmerksamkeit der Familie, und zwar in jeder Beziehung. Dabei ist nicht nur die Mutter von hervortretender Bedeutung, sondern auch der Vater und die Geschwister.

Früher wurde von Besserwissern blödsinnig behauptet (wobei diese Behauptung teilweise noch heute von Unvernünftigen aufrechterhalten wird), dass besonders der Säugling während der ersten Lebensmonate in Ruhe gelassen werden soll, wobei die übliche Versorgung wie Füttern, Trockenlegen und Baden vollauf genüge, weil jedes weitere Sichabgeben mit dem Säugling für diesen nur schädlich sei. Anregungen aller Art, so war und ist teilweise noch heute die Meinung, seien für den Säugling schädlich, so auch das Reden mit dem Säugling, der sowieso nichts verstehe. Wahrheitlich ist es aber so, dass ein Säugling, und gerade ein solcher, ebenso sehr Anregungen aller Art und Konversation benötigt, wie auch der erwachsene Mensch. Wird dem Genüge getan, dann wird der psychischen Hygiene zum besten Vorschub geleistet, und der Mensch blüht auf, weil er eben Beachtung findet. Seine Psyche kann richtig funktionieren und frei sein von belastendem Schmutz, wodurch der Zustand der unbeschwerten und hygienischen Psyche entsteht.

Wie beim bereits zum Erwachsenenalter heranwachsenden Menschen seine Selbsterziehung notwendig ist, so spielt auch beim Säugling und Kind die Erziehung durch die Familie eine sehr wichtige Rolle. Die Familienerziehung hat dabei eine Doppelfunktion, birgt sie doch zwei verschiedene Aufgaben von Wichtigkeit in sich: Erstens soll durch die Familienerziehung die Entfaltung aller im Kind verankerten Veranlagungen garantiert werden, und zweitens soll sie dem Kind die Verantwortung des Lebens und der Wahrheit bewusst machen, wodurch es fähig wird, sich in die kommende Welt seiner Zukunft, aller Dinge der Menschen, der Fauna und Flora und des Planeten und Universums hineinzuleben und einzufügen. Gerade all das ist in der heutigen Zeit aber ungeheuer kompliziert, weshalb vielfach gegen natürliche Gesetze und Gebote verstossen werden muss, wenn man in dieser Welt der Gegenwart leben will. Zumindest fordern die gegenwärtige Zeit und das Denken und Handeln des Menschen der Erde sehr viel gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz, ansonsten das Leben nicht auszuhalten wäre. Können diese Tatsachen einem heranwachsenden Kinde aber nicht frühzeitig genug plausibel und also verständlich gemacht werden, dann erfolgt eine Fehlsteuerung, die zum Ausflippen und Aussteigen führt. Besonders im frühen Kindesalter ist der Mensch erschreckend egozentrisch. Etwas teilen müssen mit dem Nächsten, zurückstehen müssen oder das friedliche Leben miteinander bedeutet in diesem egozentrischen Zustand oft Höllenqualen, und wird die Erziehung in diesem Stadium fehlgesteuert, lasch oder unzureichend gehandhabt, dann bedeutet dies für den heranwachsenden Menschen, dass er schon in naher Zukunft mit seiner Umwelt und mit sich selbst nicht mehr ins Reine kommt und damit auf stetigem Kriegsfuss stehen wird. Der Mensch nämlich, der in seiner Kindheit falsch oder unzulänglich erzogen wurde, der wird sich in der Regel auch keine gesunde Selbsterziehung angedeihen lassen. Dadurch bleibt er egozentrisch, und in egozentrischer Form sieht er stets nur seinen eigenen Vorteil. Seine gesamte Psyche ist unhygienisch und dermassen mit Schmutz bedeckt, dass dieser kaum mehr weggeschafft werden kann, ausser der betreffende Mensch steht durch irgendwelche Umstände eines Tages auf die eigenen Füsse, schafft sich einen eisernen Willen und ändert alles. Dies jedoch ist eine Seltenheit, die sich unter 10 Millionen Menschen vielleicht einmal zuträgt.