Kampf gegen Folter und Todesstrafe

Ein Verbrecher jeder Art ist also stets ein Irregeleiteter, ein Verführter oder ein Kranker, der aus einem Denkvorgang heraus handelt, der unlogischer und irrealer Natur ist. Also bedarf er der Hilfe der Mitmenschen und der Hilfe des gesamten Staates, so er Sühne erdulden und Sühne begehen kann. Also ist ein Verbrecher ein hilfsbedürftiger Mensch, dem als Hilfe die Möglichkeit der Sühne geboten werden muss, wie dies die Gesetze eines jeden Staates ja auch, wenn auch oft falsch, fordern. Sühne aber kann in jedem Fall nur dann sein und durchgeführt werden, wenn einem fehlbaren Menschen die Möglichkeit zur Sühne gegeben wird, indem er aus der Gesellschaft und aus deren Freiheiten ausgesondert und der wahrlichen Wahrheit und damit auch des richtigen und gesunden und gesetzerfüllenden Denkens und Handelns belehrt wird. Wird ein Fehlbarer aber für seine Tat mit Folter und dem Tode bestraft, dann erfolgt damit eine rachefordernde und sadistische Strafmassnahme, die jeglicher Sühne und Menschlichkeit entbehrt und die auch jegliche Möglichkeit einer Sühne von vornherein zerstört. Und solche Foltern und Todesstrafen werden von Menschen gefordert, bestimmt und durchgeführt, die in der Regel völlig unbeteiligt sind an den Folgen und Auswirkungen einer begangenen verbrecherischen Tat. Ihr Sinnen, Bestimmen und Fordern der Folter und Todesstrafe und auch deren Durchführung beruhen in diesen Menschen auf Gedanken blutlüsterner und blutgieriger Rache, auf Angst und Feigheit sowie Profitgier, weil auch sie vielleicht durch ein ähnliches Verbrechen zu Schaden kommen könnten. So fordern und geben Menschen für andere die Folter und den Tod, um ihrer eigenen Feigheit, Angst und Profitgier willen und um ihre eigene Unzulänglichkeit, Fehlerhaftigkeit und Blutgier zu verdecken, sowie ihre heimlichen Machtambitionen. Dass aber gerade durch die Forderung und Befürwortung und gar durch die Durchführung der Folter und der Todesstrafe all diese primitiven Eigenschaften der Folter- und Todesstrafeschreier erst recht zum Ausdruck kommen und erkennbar werden, das vermögen sie in ihrer grenzenlosen Dummheit nicht zu erkennen. Während Verbrecher oft recht grosse Intelligenz aufweisen, trotz ihres irregeleiteten, verführten oder krankhaften Denkens, das für ihr Verbrechen ja ausschlaggebend ist, leiden die Folter- und Todesstrafeschreier an rettungsloser Dummheit, Primitivität und Selbstherrlichkeit, was sie des irren Glaubens macht, dass sie besser wären als die fehlbaren Verbrecher. Niemals geht ihnen aber das Licht des Erkennens und der Weisheit auf, dass sie in ihrer primitiven Dummheit, Angst, Feigheit und Profitgier bewusst rachsüchtig und blutgierig handeln, denken und reden, wodurch sie sich zu sehr viel fehlbareren Verbrechern machen, als jene es sind, die in irregeleitetem, verführtem oder krankem Denken ein Verbrechen begehen.

Jeder Staat lebt unter der Existenz von ordnungserhaltenden oder vermeintlich ordnungserhaltenden Gesetzen. Darunter sind auch Gesetze, die für strafbare Handlungen Sühne fordern, damit auch diesbezüglich Ordnung erhalten oder erbracht werde, und damit Fehlbare einem Sühneverfahren eingeordnet werden können, das sie dereinst zum gesunden und richtigen Denken, Handeln und Leben führt. Je primitiver ein Volk oder ein Mensch nun aber ist, desto unlogischer und unmenschlicher und unwahrheitlicher sind seine Gesetze und das Verständnis der Sühne für ein Verbrechen.